Am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage widmet sich die Staatskapelle zwei Schlüsselwerken des russischen Komponisten. Das zweite Violinkonzert, 1967 für David Oistrach geschrieben, besticht durch herbe Klangsprache und kammermusikalische Dichte: ein Werk voller innerer Spannungen. Die Zehnte, entstanden 1953 kurz nach Stalins Tod, gehört zu den meistdiskutierten Sinfonien des 20. Jahrhunderts. Schostakowitsch setzt darin Zeichen: musikalisch verschlüsselt mit seinem Monogramm, dem berühmten DSCH-Motiv, und darüber hinaus existenziell aufgeladen. Das Werk gilt als Abrechnung mit dem Stalinismus, insbesondere im zweiten Satz, der als brutal-aggressives Porträt Stalins gedeutet wird.
Philippe Jordan | Dirigent
Isabelle Faust | Violine
Werke von Schostakowitsch